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Ewe Symbole (Dzesivo) 3

Ein frisches Set von Symbolen, Sprichworten und Geschichten

Alle Hintergrundinformationen stammen von Adenya aus Ghana. Bitte besucht sie hier auf Instagram!

Sabala

Das Sabala Symbol stellt eine Zwiebel dar. Es stammt aus dem Ewe-Sprichwort: „Sabala le nogo gake mɔ le eme“. Dies bedeutet: „Die Zwiebel besteht aus Schichten, trotzdem ist sie ein Ganzes.“

Es steht für Individualismus, Koexistenz und Toleranz.

Historischer Hintergrund:

Die Volkgruppe der Eʋe waren schon immer eher locker organisiert und oft in viele Untergruppen aufgeteilt. Sobald aber Gefahr von außen drohte, schloss man sich zur Verteidigung zusammen –

Sogar heute bewahren Ewe ihre Identität während sie sich gleichzeitig an verschiedene Kulturen weltweit anpassen.

Die Moral von der Geschicht‘: Echte Harmonie entsteht wenn wir Individualität und kollektive Identität gleichzeitig achten, was es Menschen erlaubt zu gedeihen während sie zum höheren Gut, einem allgemeinen Interesse, beitragen.


Fu Kple Dzido

Symbol für Harmonie

Leiden und Glück sind miteinander verbunden


Dzinudzezi

Dzinudzezi bedeutet Neumond.

So wie der Mond Auswirkungen auf Ebbe und Flut sowie andere unserer Elemente hat, wurden dem Mond auch Auswirkungen auf die menschliche, besonders die weibliche, Stimmung zugesprochen.

Der Neumond wird betrachtet als Zeitraum der Ruhe und Erneuerung in der Welt insbesondere der weiblichen mit Blick auf die monatliche Menstruation.

In vergangenen Zeiten wurde das Dzinudzezi Symbol auch in Kete gewebt, die bei Pubertätsriten genutzt wurden. Eine großartige Symbolbedeutung des Ritus, sie in die Weiblichkeit einzuführen. (Dieses besondere Kete ist, wie der Ritus selbst heutzutage selten geworden.


Gbɔ

Die Ziege

„Gbɔ tokpo mefia nya vi o“ – Die Ziege mit beschnittenen Ohren kann ihr Kind nicht beraten.

Steht als Mahnung gegen schlechte Führungsqualitäten.

Die Ziege lebt als domestiziertes Tier in vielen Eʋe Haushalten. Die Besitzer wissen aber, dass sie aufgrund ihrer Natur einige Probleme, auch mit den Nachbarn bzw. deren Feldern verursachen können. Sie werden oft mit den ruhigeren Schafen verglichen. Sie sind nicht so gehorsam, aber sehr stur.

Das Ohr ist zum Hören da. Im sprichwörtlichen Sinne ist man ohne Ohr nicht in der Lage, Anweisungen oder Ratschläge anzunehmen. Daher, wenn jemand kein Ohr zum Hören hat, wie erwartet diese Person von einem Kind zu hören?

Können Eltern, Anführer oder Vorbilder, die Werte vermitteln möchten und dem Laster nachgehen erwarten, dass die ihnen Folgenden nur den Werten folgen? Wohl kaum.

Wer gehört werden möchte, muss hören.



ƔEDZEDZE KPLE TOƉOƉO

Das Symbol für Aktualität und Rechtzeitigkeit

ƔEDZEDZE KPLE TOƉOƉO bedeutet aufgehende und untergehende Sonne. Ɣe bedeutete Sonne.

Dieses Symbol stammt aus dem Sprichwort: „Ɣedzedze kple toɖoɖo, kae tsonawu?“, was „Die aufgehende und untergehende Sonne, welche erscheint schneller?“

Das Aufgehen der Sonne steht auch für den Anfang des Lebens, insbesondere die Kindheit und Jugend. Daher gilt, wenn jemand ein Ziel hat, ist es am besten früh damit zu beginnen, nämlich in der Jugend.

Eʋeawo (Ewes) schätzen das hohe Alter und beten dafür, sie glauben aber auch an jugendliche Kraft und Fähigkeiten

Für sie ist es niemals zu spät, etwas zu tun bzw. zu erreichen, ganz besonders gute Dinge. Es wird betont in dem Sprichwort: „Nu wɔ zã me do o.“ – „It is not too late to do something.“ Diese Idee befürwortet in keiner Weise das Aufschieben und Verzögerungen.

Die Sonne ist das Zentrum unseres Solarsytems. Die Sonne, der Mond und die Sterne wurden und werden zur Zeitmessung genutzt.

Die Zyklen der Sonne haben normalerweise einen Einfluss auf die Seiten links und rechts der Sonne im Symbol. Es zeigt nicht nur die „Bewegung“ der Zeit, sondern ähnelt auch den Darstellungen des geflügelten Sonnengottes in Ägypten und vielen östlichen Zivilisationen.


Kpo

Kpɔ ist ein Symbol für Unterstützung oder ein Unterstützungssystem.

Es stammt aus dem Sprichwort: „Hee bla Kpɔ.“ – „Es ist die Schiene, die den Zaun stützt.“

Ohne die Schiene oder das Geländer, die normalerweise hinter dem Zaun verborgen sind, kann der schöne Zaun nicht stehen. Die Geländer sorgen für die strukturelle Integrität des Zauns. Dieses Symbol lehrt uns die Bedeutung von Unterstützungssystemen, insbesondere von anderen Menschen, in den meisten Situationen. Hee oder Hehe bedeutet Geländer. Ökologische Geländer in häuslichen Umgebungen können lebende Pflanzen wie Kpɔti (Jatropha-Pflanze) und lebende oder getrocknete holzige Ranken umfassen. Das Symbol erforscht die üblichen vier Seiten eines Zauns. Einige Eʋe-Dialekte nennen Zaun Kpa.


Elo

Elo ist ein Eʋe-Symbol für Demut und Respekt. Elo/Lo bedeutet Krokodil.

Es stammt aus dem Sprichwort „Ne lo lolo ʋuu ha azi me vi koe wonye.“ – „Egal wie groß ein Krokodil ist, es ist dennoch aus einem Ei geschlüpft.“

Das Symbol lehrt uns von der Heiligkeit, die wir unseren bescheidenen Anfängen zukommen lassen müssen; physischen Orten und denjenigen, die uns positiv sozialisiert haben. Wenn wir die soziale Leiter erklimmen, wird uns immer wieder daran erinnert, dass es einen Punkt auf dieser Leiter gab, an dem wir Hilfe benötigten, um bestimmte Dinge zu verstehen, von denen wir keine oder nur wenig Ahnung hatten, und dass uns Menschen oder Situationen in der Vergangenheit etwas beibrachten.

Wir müssen auch keine Arroganz und Respektlosigkeit gegenüber denen zeigen, die sich im Ei-Stadium befinden oder gerade aus dem Ei schlüpfen. Das Sprichwort bedeutet auch nicht, dass erfolgreiche Menschen immer Ja-Sager sein und sich selbstlos anderen gegenüber verhalten müssen.

Krokodile sind in der Eʋe-Kultur mächtige Reptilien, und laut Legenden reitet Togbui Tsali auf einem während seines triumphalen Wiedereintritts zu seinem Volk.

Ein Eʋe Kete-Tuch hat den Namen Elokpo. Der Rücken des Krokodils. Es stammt vom Sprichwort: „Krokodile ertrinken nicht in einem Fluss, egal wie tief der Fluss ist“. Es zeigt, dass die Eʋe die Stärke und Ausdauer des Krokodils anerkennen.

Das Elo-Symbol erinnert uns jedoch an unsere bescheidenen Anfänge und wir handeln entsprechend (um Menschen mit gutem Charakter zu sein). Also lasst das Elo-Symbol euch in Erinnerung bleiben, wenn ihr auf Abenteuer seid oder eine neue Beförderung bei der Arbeit habt und eure Ältesten sagen: Denkt daran, woher ihr kommt oder sprichwörtlich: Ne lo lolo ʋuu ha azi me vi koe wonye.


Da

Da Symbol

#Da ist ein Symbol für #Simplicity unter den E ʋes.

Es kommt aus dem Sprichwort: „Ruf menoa wir wotsoa wir sagen wir sollen nicht fallen“ – „Wenn man einen Knüppel hat, tötet man keine Schlange mit bloßen Händen.“

Die königliche Python ist ein Totem für viele Clans in Afrika im Allgemeinen. Manche nennen es Togbe Dagbey. Abgesehen von totemischen Schlangen werden Schlangen in unseren Gemeinden als Raubtiere angesehen. Sehr tödlich, sie werden beim Sitzplatz getötet. Das Töten einer Schlange ist ein Risiko, das das das Leben des Mörders beenden kann. Ein Knüppel, ein schwerer Stock oder Stein sind einige Objekte, die normalerweise verwendet werden, um den Job in ein oder zwei Streiks auszuführen.

Nicht jede Bewegung erfordert die riskante Option. Manchmal müssen wir nicht lange für Lösungen nachdenken. Die Lösungen könnten genau hier sein. Um uns herum.

Manchmal kennen wir die einfachen und effizienten Lösungen, aber wir entscheiden, den riskanten Weg zu gehen, weil wir der Moderne oder der „Westeninisierung“ abgeneigt sind oder die einfachen Mittel als primitiv oder grob betrachten. Oder wir wollen heldenhaft erscheinen.

In Momenten, in denen du anspruchsvoll erscheinen willst, ohne zusätzlichen Nutzen, aber dein Unbehagen und dein Risiko erhöht sind, erinnerst du dich hoffentlich an das Da Dzesi mit seinem Sprichwort „Kpo menoa anyi wotsoa asi gbalo wua da o“ -„Wenn du einen Schläger hast, tötest du keine Schlange mit bloßen Händen.“ und denkst zweimal nach, ob du jemdanden beeindrucken möchtest.

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit!


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Kente – Einleitung

Eines der schönsten Elemente westafrikanischer Kultur, welches mittlerweile überall auf der Welt geschätzt wird ist Kente.

Auch unter dem ursprünglichen Ewe-Namen KETE bekannt, sind diese Stoffe ein besonderes Medium unserer Geschichte und Kultur. Sie tragen Erinnerungen in sich, welche die mündliche Weitergabe unserer Geschichte unterstützen und sichern.

Wir werden uns einige Quellen zum Ursprung dieser Kunst ansehen bzw. anhören. Wir werden die Bedeutung der Farben und Muster erörtern, sowie traditionelle Stücke präsentieren. Ein Blick auf aktuelle Trends darf am Ende natürlich auch nicht fehlen.

Jede verwendete Quelle wird angegeben, nicht nur um wissenschaftlich zu arbeiten, sondern um die hohe Wertschätzung zu betonen, die ich für jede Person empfinde, die in gleicher Mission arbeitet.

Glücklicherweise ist Kente nicht mehr nur der Königsfamilie vorbehalten. Trotzdem ist es immer noch viel mehr als ein Gebrauchsgegenstand, auch wenn dieser nur ein Print und nicht traditionell gewebt wird. Wir adaptieren Muster und Farben und erinnern uns damit einer vielfältigen Kultur, die so bunt ist, wie die Farben der Stoffe.

Ob als Kleidungsstück oder Accessoire, Kente ist immer ein Blickfänger und kann uns damit als Eisbrecher und Kommunikationselement dienen. Wir repräsentieren einen wichtigen Teil unserer Kultur und sorgen damit für Sichtbarkeit und Selbstverständlichkeit.

Kente oder Kete? Ewe oder Asante?

Ein Thema, das hier erörtert wird, aber nicht entschieden werden kann bzw. soll ist die Herkunft dieser speziellen Kunstform oder welche Bezeichnung nun die richtige sein soll. Aufzeichnungen und Beobachtungen sind sehr alt, aber nicht so alt, dass eine lückenlose Aufklärung möglich ist. Ich habe allerdings zur Herkunft sehr gutes Quellmaterial gefunden, welches ich im Folgenden gerne mit dir teile!

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Kente – Die Bedeutung der Farben

Die hier bereitgestellten Informationen habe ich einer wissenschaftlichen Veröffentlichung von Michael Osei Agibey aus dem Jahr 2016 entnommen.

Die Quelle ist auch online zu finden und wird – wie üblich – am Ende des Eintrages genannt.

Viel Spaß beim Lernen

BLAU steht für Frieden, Liebe und Harmonie.

GRÜN repräsentiert Wachstum, Ernte, Pflanzen, Erneuerung und spirituelles Wachstum.

Mit Gelb soll Wohlstand, Fürstlichkeit, Fruchtbarkeit und Reichtum ausdrücken.

Rot steht vor allem für Tod, Trauer und Beerdigung.

Schwarz symbolisiert Reife, spirituelle Energie, Trauer, Beerdigung und Übergangsriten.

Gold soll Reichtum, Fruchtbarkeit, Wohlstand und Fürstlichkeit betonen.

Grau steht für Heilungsriten sowie Reinigungsriten und symbolisiert Asche.

Pink wird genutzt um Weiblichkeit, Milde und weibliche Eigenschaften auszudrücken.

Weiß ist wichtig für Reinheit, Reinigungsriten und Festivitäten.

Rotbraun/ kastanienbraun steht für unsere Mutter Erde und für Heilung.

Lila repräsentiert Weiblichkeit.

Silber wird mit dem Mond assoziiert und symbolisiert Frieden und Freude.

Michael Osei Agibey u.a.

The Impact of Cultural Values in the Development of the Cultural Industry: Case of the Kente Textile Industry in Adan womase of the Kwabre East District, Ghana (researchgate.net)
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Kente – Herstellung und Regeln

Folgender Beitrag besteht aus einem Auszug aus einer kurzen Abhandlung von Sjarief Hale im African Arts Journal aus dem Jahr 1970 und beschreibt eingehend, wie Kente gefertigt wird.

[…]

Da Seiden-Fäden nicht auf der Spule oder am Strang von den Sahara-Händlern verkauft wurden, mussten Seidenstoffe per Yard oder in Einzelstücken in jeglicher erhältlichen Länge oder Größe gekauft werden. Da traditionell die Frauen den Faden für das Weben durch die Männer vorbereiteten, war es aller Wahrscheinlichkeit so, dass die Frauen und Mädchen die erworbenen Seidenstoffe auftrennten um die Fäden bereitzustellen, mit denen die bunten und manchmal experimentellen Kente Muster des Tages gewebt wurden.

Einige der generell ungeschriebenen Regeln und Verordnungen bestand darin, dass Frauen niemals Weber sein könnten, weil ihre Menstruation als Störung bei der Produktion der Stoffe oder als Ursache ungewollter Mächte, die sich möglicherweise um den fertigen Stoff entwickeln würden, betrachtet wurde.

Kein Webstück durfte an einem Freitag angefangen werden. Keine Frau durfte während ihrer Periode einen Webstuhl berühren und sie konnte mit ihrem Weber-Ehemann nur mithilfe einer weiteren Person sprechen, vorzugsweise einem Kind.

Diese vorsichtigen Beschränkungen wurden bewahrt und spiegeln sich heute in der Aufgabenverteilung wieder. Der Baumwoll-Samen wird von den Frauen der Ashanti gepflanzt, geerntet, gesponnen und auf Spulen gewickelt. Es sind die Männer, welche die Fäden aufziehen, ihren Webstuhl und ihr Werkzeug bauen oder kaufen und die Verbesserungen an ihren eigenen speziellen amulett-typischen Riemenscheiben für die Litze durchführen.

[…]

Mit den Jahren wurde die tatsächliche Webtechnik hoch spezialisiert und wird von zeitgenössischen Handwerkern sehr streng befolgt. […]

Aufbau eines Kente Webstuhls

von Nana Afia Amponsaa Opoku-Asare in Badoe, William & Opoku-Asare, Nana Afia. (2014). Structural Patterns in Asante Kente: An Indigenous Instructional Resource for Design Education in Textiles. IISTE Journal of Education and Practice. 5.

Wenn ein Kente-Weber sein Tagwerk vollbracht hat oder seinen Stellplatz ändern möchte, bindet er einfach das Bündel von Kettfäden von ihrem Anker los und rollt die Litzen, das Weberblatt und den bereits hergestellten Teil Kente um den Bauchstab und trägt es mit sich, wohin auch immer er gehen möchte.

Kente Stoff wird manuell oder mit einer Maschine hergestellt, indem mehrere Streifen von gleicher Länge und ähnlichem Muster Seite an Seite genäht werden. Die traditionelle Größe eines Tuches für Männer beträgt ungefähr 5 x 8 Fuß (1,52 x 2,43 Meter). Es wird wie eine römische Toga um den Körper und über die linke Schulter getragen.

Frauen […] nutzen zwei Tücher. Eines wird zerschnitten, um daraus ein langes, formales Kleid in Knöchellänge zu fertigen, während das andere in gleicher Größe, Farbe und Muster wie ein Schal oder manchmal als Tragetuch auf dem Rücken genutzt wird. […]

Hale, Sjarief. “Kente Cloth of Ghana.” African Arts 3, no. 3 (1970): 26–29. https://doi.org/10.2307/3334492.

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Kente – Ursprung der Kente Webkunst

Die Asante

Wenn es um Kente geht, gibt es viele Quellen und noch mehr Meinungen. Ich habe für euch die am besten belegte Abhandlung über den Ursprung der Kente Webkunst (die ich finden konnte), in Auszügen übersetzt. Sie stammt von Philip Atsu Afeadie und aus dem Jahr 2013. Die genaue Quelle findet ihr am Ende des Textes.  Viel Spaß beim Lesen und Lernen!

Das Zentrum des Webens in Ghana ist Bonwire. Die Weber der Ewe und Asante haben viel gemeinsam.

Anscheinend kommt das Webstuhl-Weben der Ewe und Asante aus verschiedenen Quellen außerhalb Ghanas. Der älteste Beweis für Webstuhl-Weben in Süd-Ghana wurde in einem von den Brong besetzten Gebiet gefunden, den nördlichen Nachbarn der Asante. Ausgrabungen an Brong-Stätten in Begho und Bono Manso haben eine große Anzahl an Spindelwirbeln und Färbelöchern freigelegt, die auf eine örtliche Stoffherstellung zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert hindeuten. […] In Asante ist vor dem 18. Jahrhundert über das Weben nicht viel bekannt.

In mündlicher Asante Überlieferung wird jedoch der Ursprung des Webens dem Einfluss aus Gyaman, nahe Bondoukou in der Elfenbeinküste während des späten 17. Jahrhunderts, zugesprochen. Es besteht der Glaube, dass während der Herrschaft von Oki Akenten, ein Mann aus Bonwire namens Ota Kraban Gyaman besucht hat. Er kehrte zurück mit einem Webstuhl und führte das Weben ein. Insbesondere in Asante hatte sich das Weben zum 18. Jahrhundert hin zu einer Art „Industrie“ entwickelt. […]

Dass Brong-Weber 1723 von Asantehene Opoku an den Königshof gebracht wurden um Waren anzubieten, bezeugt ihre Wichtigkeit für Asante Webkunst Traditionen. Wie das Weben in Brong selbst begann ist nicht genau bekannt. Es gibt jedoch Indizien dafür, dass die Mande aus Kong das Weben in die Brong Region eingeführt haben. […]

Eine weitere Gruppe, welche die Asante Webkunst beeinflusst hat, waren die Gonja und Dagomba Weber aus Nord-Ghana, ebenso wie die Mossi Weber aus Burkina Faso. […] Zum 19. Jahrhundert hatten die Asante Weber auf kreative Art und Weise alle Einflüsse auf ihre Kunst kombiniert und eine der komplexesten Textil-Industrien in West-Afrika entwickelt. […]

Die Ewe

Gemäß mündlicher Überlieferungen der Ewe haben deren Weber die Webkunst im Zuge ihrer Migration aus dem Gebiet von Yorubaland in West-Nigeria und der Republik Benin nach Ghana mitgebracht.

Von der Zeit der Migration an wurde Keta zum Zentrum des Webens für die südlichen Ewe. Denn dort wurde der Stoffmarkt zum 18. Jahrhundert die Haupt-Verkaufsstelle für gewobenen Stoff in der Region.

Dieser frühe Stoff war einfach gewebt mit entweder blauen und weißen oder roten und weißen Streifen. In späteren Jahren wurde die Nutzung von ikat  unter den südlichen Ewe üblich. Dies ist eine Batikfärbung der Kettfäden um Farbvariationen in den Strängen zu erzeugen.

Abgesehen von mündlichen Überlieferungen ist die früheste Beschreibung des Webens bei den südlichen Ewe in einem Bericht von Phillip Eytzen, einem Funktionär der Dutch West Indies Company, zu finden. Im April 1718 beobachtete er;

„Ich habe hier in Quitta (Keta) eine große Anzahl an Kindern und Männern gefunden, die ständig damit beschäftigt sind, Baumwolle auf kleine Stäbe von etwa einem Fuß Länge zu spinnen.“

[…]

Das älteste Tuch der zentralen Ewe war den Decken des inländischen Niger Delta ähnlich. In Kpetoe wurde Tuch mit rot, gelb oder grün gefärbter Baumwolle gewebt. Normalerweise wurden nur zwei Farben in einem Tuch verwendet; rot und weiß oder rot und gelb oder grün und rot. […] Der nördliche Ewe-Weber, so wie sein Nachbar im Süden, webte in frühen Siedlungstagen Stoff in Decken-Form. […]

Handelsbeziehungen zwischen den Ewe und dem „Norden“ waren die Hauptquelle der Inspiration für das Weben der Ewe. […] Trotz des Einflusses aus dem Norden auf die Webkunst der Ewe, gehen einige der repräsentativen Muster der Ewe-Webkunst auf lokale Initiative zurück. […]

Es ist nicht viel bekannt über Kontakt zwischen den Ewe und Asante in deren frühen Jahren des Webens. Das Weben entwickelte sich in den zwei Regionen in unterschiedlichen Linien. Dies wird belegt z.B. durch die Unterschiede in den Mustern der Ewe und Asante Stoffe.

Ewe Stoffe enthielten detailreiche Gestaltungen mit dekorativen Motiven, die hauptsächlich gegenständlich waren. Währenddessen waren in Asante Stoffen die Motive eher abstrakt gestaltet . […]

Abgesehen von anderen Unterschieden in den zwei Webkunst-Traditionen, arbeiteten Asante Weber ursprünglich auf besondere Bestellung. Denn das Weben hat sich entwickelt, um die Erfordernisse des Asantehene und seines Hofstaates in Kumasi zu erfüllen.

Generell mangelte es den Ewe am besonderen Stimulus durch königliche Kundschaft. Aber dies begünstigte eher die freie Wahl bei Experimenten und Innovationen. Andere Anreize würden die Ewe-Webkunst stimulieren, so wie auch Markt-Zentren wie z.B. Keta in frühen Tagen und später Agbozume.

Offensichtlich teilen Ewe und Asante externe Einflüsse als Ursprung der Herkunft ihrer Web-Traditionen. […] Es ist auch offensichtlich, dass das frühe Weben und dessen Stoffmusterung der Ewe sich entlang verschiedener Richtungen als bei den Asante entwickelt hat.

Beginnings of Ewe and Asante Weaving by Phillip Atsu Afeade ,
Transactions of the Historical Society of Ghana
New Series, No. 15, Articles from the Historical Society of Ghana’s seminars and conferences 2007-2012 (2013), pp. 27-38 (12 pages)
Published By: Historical Society of Ghana
@jstor.org/stable/43855010