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Ewe Kultur – Teil 1 – Überblick

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Bestimmung.

„Ewe“ ist der Überbegriff für mehrere Gruppen, die Dialekte derselben Sprache sprechen und verschiedene örtliche Namen haben, wie z.B. Anlo, Abutia, Be, Kpelle und Ho. Hierbei handelt es sich nicht um Subnationen, sondern um die Bewohner von Städten oder kleinen Regionen.

Eng verwandte Gruppen mit geringfügig abweichenden, gegenseitig verständlichen Sprachen und Kulturen können den Ewe nahe gestellt werden, insbesondere die Adja, Oatchi und Peda. Ewe und Fon werden oft als Teil derselben großen Gruppe betrachtet, obwohl ihre verwandten Sprachen nicht gegenseitig verstanden werden.

Es heißt, dass alle diese Völker aus dem Gebiet von Tado stammen, einer Stadt im heutigen Togo, auf nahezu demselben Breitengrad wie Abomey in Benin.

Standorte

Die meisten Ewe (Oatchi, Peda und Adja eingeschlossen) leben zwischen dem Volta Fluss in Ghana und dem Mono Fluss in Togo, von der Küste nordwärts entlang Ho in Ghana und Danyi an der westlichen togolesischen Grenze und an Tado an der östlichen Grenze.

Pazzi (1976, 6) beschreibt Orte der verschiedenen Gruppen mit historischen Bezügen, darunter die Migrationen aus Tado, vor allem nach Notse im heutigen Togo, und nach Aliada im heutigen Benin. Die Ewe, die Notse verließen, breiteten sich vom unteren Becken des Amugan bis zum Tal des Mono aus. Zwei Gruppen verließen Aliada: Fon besetzten die Hochebene von Abomey und die gesamte Ebene, die sich vom Kufo und Werne bis zur Küste erstreckt, und Gun siedelten sich zwischen dem Nokwe-See und dem Yawa-Fluss an. Adja blieben in den Hügeln um Tado und in der Ebene zwischen den Flüssen Mono und Kufo. Mina sind die Fante-Ane aus Elmina, die Aneho gründeten, und Guin sind die Ga Immigranten aus Accra, die die Ebene zwischen dem Gbaga-See und dem Mono-Fluss besetzten. Dort trafen sie auf die Xwla oder Peda (die die Portugiesen des 15. Jahrhunderts «Popo» nannten), deren Sprache sich auch mit der Ewe-Sprache überschneidet.

Die Küstengebiete von Benin, Togo und im Südosten Ghanas sind flach mit zahlreichen Palmenhainen. Nördlich der Strandbereiche ist eine Reihe von Lagunen, die in einigen Bereichen schiffbar sind. Hinter den Lagunen liegt eine hügelige Ebene mit einem Boden aus rotem Laterit und Sand. Die südlichen Teile des Akwapim-Kammes in Ghana, etwa 120 Kilometer von der Küste entfernt, sind bewaldet und erreichen eine Höhe von etwa 750 Metern. Die Trockenzeit dauert normalerweise von November bis März, einschliesslich der Periode trockener und staubiger Harmattanwinde im Dezember, die es weiter nördlich gibt. Die Regenzeit ist oft im April-Mai und September-Oktober. Die Temperaturen entlang der Küste variieren von zwanzig bis dreißig Grad Celsius, können aber im Landesinneren sowohl wärmer als auch kühler sein.

Demografie

Nach Schätzungen von 1994 leben in Togo mehr als 1,5 Millionen Ewe (einschliesslich Adja, Mina, Oatchi, Peda und Fon). Zwei Millionen Fon und fast eine halbe Million Ewe leben in Benin. Während die Regierung von Ghana keine Volkszählung führt (um ethnische Konflikte zu verringern), werden die Ewe in Ghana auf 2 Millionen geschätzt, darunter eine bestimmte Anzahl von Ga-Adangme, die sprachlich und politisch mehr oder weniger den Ewe-Gruppen assimiliert wurden, obwohl sie viel von ihrer Prä-Ewe-Kultur beibehalten haben.

Sprachliche Zugehörigkeit

Pazzi’s (1976) vergleichendes Wörterbuch der Sprachen Ewe, Adja, Guin und Fon zeigt, dass diese Sprachen sehr eng miteinander verwandt sind. Sie gehören zur Kwa-Sprachgruppe. Zahlreiche Dialekte existieren innerhalb der Familie der Ewe ordnungsgemäß, wie Anlo, Kpelle, Danyi, und Be. Zu den Adja-Dialekten gehören Tado, Hweno und Dogbo. Fon, die Sprache des Königreichs Dahomey, umfasst die Dialekte Abomey, Xweda und Wemenu sowie zahlreiche andere. Kossi (1990, 5, 6) beharrt darauf, dass der übergeordnete Name für diese erweiterte Sprach- und Völkerfamilie Adja anstatt Ewe/Fon sein sollte, da sie aus Tado stammen, wo die Adja-Sprache, die Mutter aller anderen Sprachen, noch gesprochen wird.

Übersetzt von: https://www.everyculture.com/Africa-Middle-East/Ewe-and-Fon-Orientation.html

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Ewe Kultur – Teil 2 – Historische und kulturelle Beziehungen

Ewe-Flagge

Das Adja Königreich von Tado befand sich in einem Gebiet, welches seit unserer Vorgeschichte besiedelt und bekannt für Metallarbeiten und anderes Handwerk war. Es lag nahe des Ostufers des Mono River ungefähr auf einem Breitengrad mit Abomey. Es wurde wahrscheinlich von Einwanderern aus dem Königreich Oyo oder aus dem östlich gelegenen Ketu (Nigeria) gegründet.

Die meisten Angehörigen des Adja Volkes leben heute noch in und um Tado herum. Fon und Ewe sind die Nachkommen der Einwanderer aus Tado, die mit Mitgliedern anderer Gruppen, die ihnen auf ihrem Weg in ihre heutigen Gebiete begegneten, Mischehen eingingen.

Die heutige Ewe-Population ist das Ergebnis verschiedener Völkerwanderungen west- und südwärts, irgendwann dominiert von Auswanderern aus dem Königreich Adja aus Tado. Diese haben sich zuerst in dem neuen „Vasallen-Königreich“ Notse niedergelassen. Im frühen siebzehnten Jahrhundert verließen sie Notse in verschiedenen Gruppen und siedelten weiter südlich und westlich. Ihre Nachfahren wurden letztendlich zu den Anlo, Abutia, Be, Kpelle und Oatchi.

Die Anlo Ewe haben sich in der Volta Region niedergelassen. Heutzutage wird so die südöstliche Spitze der Republik Ghana genannt.

So befanden sie sich in einem strategisch wichtigen Gebiet des atlantischen Sklavenhandels. Im Jahr 1683 war Keta bereits ein wichtiger Sklavenmarkt. Bereits 1727 wurden niederländische und englische Sklavenhändler in Aflao postiert. Im Jahr 1784 bauten die Dänen ein Fort in Keta, daher wurde das Gebiet der Anlo ein Zentrum für den Sklavenhandel. Anlo Ewe haben teilgenommen am Menschenraub und Verkauf von Sklaven an Europäer und auch viele von ihnen wurden in die Sklaverei verkauft und in die „Neue Welt“ gebracht.

Obwohl in engem Kontakt mit den ihnen militärisch überlegenen und politisch zentralisierteren Ashanti Nachbarn, waren die Anlo trotzdem eine eigenständiges Gemeinwesen und haben sich bis heute ihre Ewe Identität bewahrt. Dominiert vom Königreich Akwamu während des ersten Drittel des achtzehnten Jahrhunderts, schlossen sie sich mit dessen und der Armee von Ouidah zusammen, um gegen Aliada in den Krieg zu ziehen. An diversen anderen lokalen Kriegen mit und gegen die Truppen der Akan waren die Anlo Ewe während des siebzehnten und bis ins neunzehnte Jahrhundert beteiligt.

Fast von Anfang ihrer Siedlung in der Volta Region an, war der Handel mit Europäern ein Aspekt des Lebens der Anlo Ewe. Missionare aus dem deutschen Bremen und andere christliche Abgesandte setzten Anker in Eweland. Dies geschah sowohl in der Volta Region als auch im Inland, der heutigen togolesischen  Seite während des neunzehnten Jahrhunderts.

Verschiedene Ewe Populationen an der Goldküste waren während des britischen Regimes und während der deutschen Kontrolle von Togoland unter strenger kolonialer Bewachung. Nach dem ersten Weltkrieg wurde ungefähr ein Drittel von Togoland, einschließlich eines Großteils des Ewelandes, in die Goldküste eingegliedert. Der Rest der ehemalig deutschen Kolonie wurde zu einem französischen Protektorat, genannt Togo. So wurde Eweland zweigeteilt und ist es bis heute geblieben. Die meist im Süden lebenden Ewe waren unter den ersten, die eine Ausbildung in britischen und französischen Kolonialschulen erhielten.

Die Fon befanden sich unter denjenigen, die Tado verließen, um das Königreich Aliada zu gründen. Einige verließen anschließend gegen 1610 und wanderten Richtung Abomey. Dort waren sie nach 70 Jahren gegenüber der einheimischen Bevölkerung von Dahomey dominant. Fon schufen die königliche Stadt Abomey (wo die berühmten Amazonen ihr Hauptquartier hatten) und die Stadt Ouidah. Die zwei Städte waren miteinander verbunden und beide waren wichtige Standorte des atlantischen Sklavenhandels. Der Brasilianer Francisco de Souza, eine Schlüsselfigur an der Sklavenküste des späten achtzehnten und frühen neunzehnten Jahrhunderts, gründete Sklavenhandelsposten und baute Festungen in Aneho bei den Mina (heutiges Togo) und in Ouidah bei den Fon (Benin).

Das Königreich der Fon in Dahomey dauerte von 1625 bis zu seiner Niederlage durch die Franzosen im Jahr 1893. Es ist legendär geworden, Dank zahlreicher Besucher und deren Berichte, von Bosman (19.Jh.), Norris (18.Jh.) und Burton (19.Jh.) bis zu den Völkerkundlern des 20. Jahrhunderts, inklusive Le Hérissé (1911) und Herskovits (1938). Als zentraler Punkt des atlantischen Handels an der Sklavenküste breitete sich das Königreich zwar aus, war jedoch in und um seine wichtigsten Städte, Abomey, Aliada und (viel später) Ouidah stark zentralisiert. Diese Städte waren zudem wichtige Orte der Kunst, der höfischen Zeremonien und dem Handel mit Europäern.

Es hieß, dass das Königreich ein viel größeres Gebiet umfasste, als es tatsächlich kontrollieren konnte. Vom Volta Fluss im Westen nach Badagary im Osten und nördlich bis zum 8. Breitengrad. Seine Küstenlinie jedoch erstreckte sich nur über 16 Kilometer an jeder Seite von Ouidah. Obwohl es daher ungefähr 39000 Quadratkilometer groß war, hatte der König nur innerhalb etwa 10400 Quadratkilometern davon Autorität. Viele Kriege und Intrigen, einschließlich Gefangennahmen von und Querelen mit europäischen Gesandten bestimmen die Geschichte des Königreichs von Dahomey. Seine grausameren Könige waren bekannt für Menschenopfer (immer ein königliches Vorrecht), obwohl das grauenhafte Ausmaß vielleicht von einigen Autoren übertrieben wurde (z.B. Herskovits, 1938, 2.52-56).

Obwohl viele Ewe und Fon Christen sind (vielleicht die höchste Prozentzahl unter den Ewe in Ghana), praktiziert die Mehrheit weiterhin Vodu oder Tro, welche seit Jahrhunderten immer noch die Religion der Adja-Tado ist.

Übersetzt von: https://www.everyculture.com/Africa-Middle-East/Ewe-and-Fon-History-and-Cultural-Relations.html